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3Sep 100

Audigy 2 – Eine Ode an die Vergangenheit

... oder Früher war alles besser! Der letzte Jammerpost beschreibt den Ärger, den man heute immer noch mit dem Thema "Sound unter Linux" haben kann - zumindest bei neuer (und minderwertiger) Hardware. Völlig schmerzfrei und absolut out-of-the-box kann es dagegen bei älterer (bzw. hochwertigerer) Hardware laufen:

Beim Verfassen des vergangenen Posts habe ich mich immer wieder versucht, zu erinnern, wie das früher so mit ALSA & Co. lief; dabei viel mir meine gute, alte Creative Soundblaster Audigy 2 Platinum ein, die irgendwo im Keller in der Hardwarekiste vor sich hin gammelte. "Moment, die war doch hardwaremixing-fähig..." - kurz Google befragt und bestätigt.

Problem bei der Audigy (und Grund für das Triste Dasein in der Kiste) war, dass das zugehörige Output-Rack für die Front bei Einbau in einen 5,25"-Schacht aufgrund der herausstehenden Regler das Schließen meiner Gehäusetür verhindern würde. Ohne Rack hätte es jedoch keinen Kopfhörer- und Mikro-Ausgang vorne am Gehäuse gegeben. Zumindest nicht so ohne Weiteres, was ich damals noch nicht wusste...

Nach ein par Google-Orgien fand ich diverse HowTos (z.B. hier oder hier), wie man an einen internen, 10-poligen Anschluss auf der Karte ein AC'97- bzw. HD-Audio Frontpanel anschließen kann. Nun ist dieser Anschluss leider bei der Audigy 2 (ohne "ZS") leider nicht bestückt - also Arbeit für den Lötkolben. Mit ein paar Zentimetern altem Telefonkabel konnte ich die benötigten Pins (1, 2, 4, 6, 8) schließlich emulieren und mithilfe einer kurzerhand umfunktionierten USB-Buchse an mein Frontpanel anschließen. Hierbei noch ein Tip: Wer Pin 1 (HP-Masse) nicht festgelötet bekommt, kann sich die Masse auch einfach vom Slotblech holen, verursacht keine Störgeräusche.

Also dann im BIOS die onboard-Karte deaktiviert, System gebootet und noch flux das emu10k1-Modul gebacken - fertig. Sound läuft direkt über ALSA mit parallelem Zugriff, 5.1 mit 48000Hz, out-of-the-box. Kein Soundserver, keine /etc/asound.conf, keine ~/.asoundrc - so einfach und elegant kann Sound unter Linux auch sein, die richtige Karte vorausgesetzt. Leider haben selbst die etwas besseren (=teureren) aktuellen Karten kaum noch Hardwaremixer.

Upmixing für Stereo-Signale erreiche ich mit den folgenden paar Zeilen:

# /etc/asound.conf
 
pcm.ch51dup {
    type plug
    slave.pcm "surround51"
    slave.channels 6
    route_policy duplicate
}

Früher waren also zumindest die Soundkarten besser ;)

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