Confixx Setup nachbessern
An einem frisch per Virtualisierungs-Container installierten Confixx schraubt man üblicherweise an ein paar Stellen herum, um das Panel abzusichern. Bei einem kürzlich von mir durchgeführten Server-(Provider-)Wechsel war diesmal jedoch so viel Handarbeit nötig, dass ich diese hier mal kurz festhalten möchte.
Ohne manche der mit [Fix] markierten Schritte hätten einige Dienste übrigens garnicht oder mit unschönen Nebeneffekten funktioniert, weshalb ich vom Installations-Image meines Providers auch ziemlich enttäuscht war - da hätte ich es besser selbst aufgesetzt
Als Distribution kam bei mir Debian 6.0.4 Squeeze zum Einsatz.
Hinweis: Irren ist menschlich, alle hier vorgestellten Schritte erfolgen auf eigene Gefahr! Backups sind Gold wert!
Upgrade
Bei mir war ein Upgrade auf die aktuelle Version 3.3.9 erforderlich, wer einen Guide sucht kann hier fündig werden.
[Security] MySQL-Accounts ändern
Das Wichtigste zuerst: unbedingt alle mit Confixx in Verbindung stehenden Passwörter überprüfen. Bei meinem Setup war doch tatsächlich als Passwort für den MySQL-root 'T' (ja, der Buchstabe 'T') gesetzt! Und das bei einem standardmäßig über PHPMyAdmin von außen erreichbaren Dienst!
Ich habe einen separaten MySQL-Benutzer für Confixx erstellt und ihm entsprechende Rechte gegeben. Anzufassen sind folgende Configs:
<confixx-install-dir>/confixx_main.conf: ab Zeile 547/var/www/confixx/settings.inc.php: Werte aus der confixx_main.conf übertragen/etc/spamassassin/local.cf(wird aber sowieso neu generiert)
[Fix] Mail-Aliase behalten
Diverse Pakete legen eigene Benutzer an und tragen diese in die /etc/aliases ein, z.B. logcheck. Dumm nur, dass Confixx die /etc/aliases periodisch (bzw. bei jeder Änderung an Postfächern) neu schreibt, und zwar "dumm" nach einem eigenen Template, was die neuen Benutzer nicht reflektiert.
Hier ist also dauerhaft Handarbeit angesagt: neue System-Aliase oder eigens angelegte müssen in die <confixx-install-dir>/safe/aliases_header aufgenommen werden, um nicht verloren zu gehen.
[Fix] Spamassassin
Ohne Nachbessern war bei mir Spamassassin nicht funktionstüchtig. Ich habe einen separaten Benutzer für den spamd angelegt:
$ groupadd -g 5001 spamd $ useradd -u 5001 -g spamd -s /usr/sbin/nologin -d /var/lib/spamassassin spamd $ mkdir /var/lib/spamassassin $ chown spamd:spamd /var/lib/spamassassin
Dann die Startoptionen für den Daemon korrigieren:
# /etc/default/spamassassin (...) OPTIONS="--create-prefs --nouser-config --max-children 5 -H /var/lib/spamassassin -u spamd -q" (...)
[Fix] AWStats
AWStats muss scheinbar das 10-Minuten-Update als root durchführen, daher unter /etc/cron.d/awstats beim oberen Eintrag den Benutzer auf root ändern. Das habe ich allerdings nicht näher untersucht, also besser selbst nochmal checken.
[Fix] Apache "other vhosts" log
Da Confixx für jeden Vhost nur ein Custom-Log über eine Pipe setzt (/etc/apache2/confixx_vhost.conf), bewirkt die Direktive in /etc/apache2/conf.d/other-vhosts-access-log, dass jeder (!!) Zugriff auf irgendeinen Vhost unter /var/log/apache2/other_vhosts_access.log vermerkt wird. Das lässt das File je nach Auslastung des Servers extrem schnell wachsen, man sollte die Option also der Performance und des Plattenplatzes zuliebe besser auskommentieren.
[Fix] Postfix SASL authentication
Abgesehen von einer komplett überarbeiteten main.cf musste ich für Postfix noch die SASL-Authentifizierung fixen, was praktischerweise in der /etc/default/saslauthd schon vorgesehen ist:
# Example for postfix users: "-c -m /var/spool/postfix/var/run/saslauthd"Details siehe /usr/share/doc/sasl2-bin/README.Debian.gz.
Das wars erstmal mit den wichtigsten Nachbesserungen. Confixx in eine eigene Subdomain zu sperren und das Vhost-Schema dauerhaft zu ändern war nochmal eine ganz eigene Angelegenheit - vielleicht dazu demnächst ein HowTo.
iptables init-script für Arch
Ja, das vom Paket iptables mitgebrachte init-script leistet wunderbare Dienste. Nein, es besteht kein akuter Grund, eine Alternative zu schreiben...
Einen Nachteil hat es schon: die Konfiguration wird in einem nicht kommentierbaren Format hinterlegt, was bei mir in letzter Zeit ständig zur Frage "WTF hat doch gleich dieser Port da verloren? Was lässt die rule da nochmal durch?" geführt hat.
<bash-addicted>Yep, eindeutige Notwenigkeit für ein selbst gehämmertes, kommentierbares Script!</bash-addicted> Wie in guten alten Debian-Zeiten übernimmt jetzt also bei mir ein einfaches, aber für den Job völlig ausreichendes init-script den Job. Wer es verwenden mag:
#!/bin/bash # # easy-to-edit iptables init script for Arch # 2010 by Alexander Koch # # TCP services: ssh SERVICES_TCP=( 22 ) # UDP services: SERVICES_UDP=( ) . /etc/rc.conf . /etc/rc.d/functions if [ -e "/etc/conf.d/iptables" ]; then . /etc/conf.d/iptables fi if [ -z "$IPTABLES" ]; then IPTABLES="/usr/sbin/iptables" fi if ! [ -x "$IPTABLES" ]; then echo "unable to execute iptables binary: $IPTABLES" exit 1 fi function reset_tables() { ERR=0 $IPTABLES -F || ERR=1 $IPTABLES -X || ERR=1 $IPTABLES -P INPUT ACCEPT || ERR=1 $IPTABLES -P OUTPUT ACCEPT || ERR=1 if [ $IPTABLES_FORWARD -eq 1 ]; then $IPTABLES -P FORWARD ACCEPT || ERR=1 echo 1 >/proc/sys/net/ipv4/ip_forward || ERR=1 else $IPTABLES -P FORWARD DROP || ERR=1 echo 0 >/proc/sys/net/ipv4/ip_forward || ERR=1 fi return $ERR } function setup_tables() { ERR=0 # setup prevention chain against common attacks $IPTABLES -N preventions || ERR=1 $IPTABLES -A preventions -f -j DROP || ERR=1 # frags $IPTABLES -A preventions -p tcp --tcp-flags ALL ALL -j DROP || ERR=1 # XMAS $IPTABLES -A preventions -p tcp --tcp-flags ALL NONE -j DROP || ERR=1 # null # setup services chain $IPTABLES -N services || ERR=1 for PORT in ${SERVICES_TCP[@]}; do $IPTABLES -A services -p tcp --dport $PORT -j ACCEPT || ERR=1 done for PORT in ${SERVICES_UDP[@]}; do $IPTABLES -A services -p udp --dport $PORT -j ACCEPT || ERR=1 done # allow incoming ping requests iptables -A services -p icmp --icmp-type echo-request -j ACCEPT || ERR=1 # setup main chains $IPTABLES -A INPUT -m state --state RELATED,ESTABLISHED -j ACCEPT || ERR=1 $IPTABLES -A INPUT -i lo -j ACCEPT || ERR=1 $IPTABLES -A INPUT -j preventions || ERR=1 $IPTABLES -A INPUT -m state --state NEW -j services || ERR=1 $IPTABLES -A INPUT -p tcp -j REJECT --reject-with tcp-reset || ERR=1 $IPTABLES -A INPUT -p udp -j REJECT --reject-with icmp-port-unreachable || ERR=1 $IPTABLES -P INPUT DROP || ERR=1 return $ERR } case "$1" in start) stat_busy "Loading IP Tables" reset_tables if ! setup_tables; then stat_fail exit 1 else add_daemon miptables stat_done fi ;; stop) stat_busy "Flushing IP Tables" if reset_tables; then rm_daemon miptables stat_done else stat_fail exit 1 fi ;; restart) if ! ck_daemon miptables; then rm_daemon miptables fi $0 start exit $? ;; *) echo "usage: $0 {start|stop|restart}" ;; esac exit 0
Gefiltert werden nur eingehende Pakete; related und established Pakete werden ebenfalls ohne weitere Beachtung durchgelassen, ebenso alles über loopback. Für neue Pakete werden zuerst ein paar Vulnerability-Checks durchgeführt. Nach Außen wird ein Verhalten wie ohne iptables emuliert (z.B. REJECTs mit tcp-reset).
Bugreports wie immer willkommen, und Benutzung auf eigene Gefahr!
Update 31.07.10: Bugfixed
Plesk, Qmail, xinetd und SSL – die Zweite
Im Februar hatte ich jede Menge Stress durch die Umstellung eines Mailservers auf xinetd, siehe Artikel. Mitte September lief dann das SSL-Zertifikat ab und ich musste ein neues generieren, was ich nach diesem Blogeintrag tat (Vielen Dank nochmal an dieser Stelle, hat mir viel Arbeit erspart!).
Leider genügt das für ein Setup mit SMTP über stunnel nicht, was ich dummerweise erst gestern beim erfolglosen Versuch des Versendens einer Mail über die Kiste bemerkte. Im stunnel-Log sah das so aus:
2009.11.08 19:47:53 LOG3[15442:3083773632]: SSL_CTX_use_certificate_chain_file: error:0906D06C:PEM routines:PEM_read_bio:no start line
Die Meldung weist auf ein fehlerhaft strukturiertes Zertifikat hin, und ein Vergleich mit dem (glücklicherweise gesicherten) alten zeigte die im neuen fehlenden DH-Parameter.
Diese stammten im alten Zertifikat von /var/qmail/control/dhparam512.pem, von wo aus ich sie dann einfach ans Ende des neuen Zertifikats anfügte - passt.
Bin mir noch nicht sicher, ob das nur ein Dirty Hack war oder sogar sauber...
Trau’ nicht dem LUKS!
Man sollte meinen, die Fehlermeldung "No key available with this passphrase" für eine mit LUKS verschlüsselte Partition wäre eindeutig und man hat eine falsche Passphrase eingegeben oder das falsche keyfile benutzt. Dem ist aber nicht so, wie ich kürzlich schmerzhaft lernen musste: diese Meldung wird nämlich auch ausgegeben, wenn schlichtweg das Kernelmodul für den Algorithmus fehlt! In meinem Fall hatte ich einfach vergessen, aes-i586 zu laden...
Tja, leider wie gesagt erst nach dem sinnlosen Formatieren (und damit Wegwerfen) einer 500GB-Partition mit nicht ganz unwichtigen Daten bemerkt, nämlich als beim Bootup nach der Neuformatierung das gleiche Problem auftrat und ich langsam misstrauisch wurde. Ein Vergleich der Vorgehensweisen beim Verschlüsseln und Einhängen brachte dann den entscheidenden Unterschied ans Tageslicht - das fehlende Modul...
Die Moral von der Geschicht': traue Fehlermeldungen nicht!
iptables Setup Script
Natürlich kann man sowas auch manuell immer wieder neu machen, aber bei vier aufeinanderfolgenden Installationen (allesamt auf Arch) ohne direkte Verbindung hat sich dann doch ein kleines (bash)Script angeboten.
Vielleicht kann es ja noch jemandem praktische Dienste leisten
BENUTZUNG AUF EIGENE GEFAHR!
#!/bin/sh # check requirements if [ -x /usr/sbin/iptables ]; then echo "iptables binary not found." exit 1 fi # clear chains iptables -P INPUT ACCEPT iptables -P FORWARD ACCEPT iptables -P OUTPUT ACCEPT iptables -F iptables -X # create new chains and link them iptables -N open # services will be opened here iptables -N interfaces # completely open interfaces here iptables -A INPUT -j open iptables -A INPUT -j interfaces # deny forwarding iptables -P FORWARD DROP # allow all outgoing traffic iptables -P OUTPUT ACCEPT # allow all traffic on loopback iptables -A interfaces -i lo -j ACCEPT # allow related connections (--> stateful) iptables -A INPUT -m state --state RELATED,ESTABLISHED -j ACCEPT # allowed services iptables -A INPUT -p icmp -j ACCEPT # ping iptables -A open -p tcp --dport 22 -j ACCEPT # ssh # deny all other incoming traffic iptables -A INPUT -p tcp -j REJECT --reject-with tcp-reset # imitate default linux behaviour iptables -A INPUT -p udp -j REJECT --reject-with icmp-port-unreachable # " iptables -P INPUT DROP # protection against common attacks iptables -A INPUT -p tcp ! --syn -m state --state NEW -j DROP # SYN for new packets iptables -A INPUT -f -j DROP # fragmentation check iptables -A INPUT -p tcp --tcp-flags ALL ALL -j DROP # XMAS-packets iptables -A INPUT -p tcp --tcp-flags ALL NONE -j DROP # null packets iptables -I INPUT -p icmp --icmp-type redirect -j DROP # ICMP type match blocking iptables -I INPUT -p icmp --icmp-type router-advertisement -j DROP # " iptables -I INPUT -p icmp --icmp-type router-solicitation -j DROP # " iptables -I INPUT -p icmp --icmp-type address-mask-request -j DROP # " iptables -I INPUT -p icmp --icmp-type address-mask-reply -j DROP # " echo "net.ipv4.conf.all.rp_filter = 1" >> /etc/sysctl.conf # enable source address verification echo "net.ipv4.tcp_timestamps = 0" >> /etc/sysctl.conf # nmap uptime detection echo "net.ipv4.conf.all.accept_source_route=0" >> /etc/sysctl.conf # we are not a router echo "net.ipv4.icmp_echo_ignore_broadcasts=1" >> /etc/sysctl.conf # " echo "net.ipv4.icmp_ignore_bogus_error_messages=1" >> /etc/sysctl.conf # " # disable ip forwarding if [ -e /etc/conf.d/iptables ]; then cat /etc/conf.d/iptables | egrep -v '^IPTABLES_FORWARD' > /tmp/iptables.conf echo "IPTABLES_FORWARD=0" >> /tmp/iptables.conf cat /tmp/iptables.conf > /etc/conf.d/iptables rm /tmp/iptables.conf fi # and finally save our work /etc/rc.d/iptables save
Das Script erstellt ein Basis-Regelwerk und lässt nur Ping (ICMP) und SSH (auf allen interfaces) eingehend zu. Alle anderen eingehenden Verbindungen werden geblockt; ausgehende Verbindungen vollständig erlaubt. Desweiteren implementiert es Schutzmaßnahmen gegen die üblichsten Attacken.