Lighttpd und MIME types unter Debian

Bei einer Standard-lighttpd-Installation unter Debian Lenny fehlen in der automatisch generierten MIME-assignment-Liste[1] einige wichtige Einträge, z.B. für .gz oder .bz2. Das führte bei meinem Arch Repo auf tuxed.org dazu, dass in der HTTP-Response diverse Header fehlten, u.A. Last-Modifed.

Über diesen entscheidet aber pacman, ob sein gespeicherter Index für das betreffende Repo noch aktuell ist oder neu geladen werden muss. Fehlt der Header, so zieht pacman den Index jedes Mal neu, was auf Dauer ziemlich nervt.

Kurios dabei ist, dass die generierte Liste weit über 400 (!!) Einträge umfasst – wie um Himmels Willen bekommt man eine so lange Liste zustande, ohne gzip oder bzip2 einzuschließen?? ;)

Ich bin mir nicht sicher, ob sich das als Packaging-Bug ansehen lässt, werde bei Gelegenheit weiter nachforschen und evtl. einen Bugreport erstellen.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Schnouki, der mir die Erleuchtung bescherte.

[1] /usr/share/lighttpd/create-mime.assign.pl

19 Monate Arch – Was mich hält

Ein Blick auf mein pacman-log zeigt:

[2008-07-16 20:16] installed filesystem (2008.07-1)

Seit mehr als 19 Monaten residiert Arch also nun schon auf der Platte meines Notebooks. Und das, obwohl ich (entgegen meiner Einstellung zum Wechsel des Wohnortes) ein System aus reiner “Lust, mal wieder ein neues aufzusetzen” sonst nie länger als ein halbes Jahr am Stück behalten habe. Warum nun Arch? Das zeigt eine durch den regen Kontakt zu openSUSE-Maschinen und diverse Distributions-Eskapaden meiner Freundin ( ;) ) angestoßene Safari durch den mittlerweile recht dicht gewordenen Distro-Dschungel.

Am Wochenende nahm ich mir nämlich aktuelle Images sämtlicher vom Distro-Finder vorgeschlagener Distributionen (plus einiger Exoten, die mich schon länger mal interessierten) her und installierte sie testweise in einer virtuellen Maschine. Hier ein paar Eindrücke:

Debian: “Gutes, altes Debian” dachte ich mir, als ich die Seite betrat und feststellte, dass sich absolut nichts geändert hatte in den Jahren. “Oh, modernes, gutes, altes Debian” dann, als ich den nun grafischen Installer sah. “Grmpf, zu altes, gutes Debian” schließlich, als ich den fehlenden EXT4-Support realisierte. Das ist dann auch der entscheidende Nachteil: ich schätze die Stabilität des Systems auf Servern sehr, aber im privaten Bereich will ich ein Bisschen mehr bleeding-edge. EXT4 muss schon sein. Und da nicht mal das aktuelle Testing damit umgehen kann, fällt Debian leider flach für meine Zwecke.

Sidux: Viel mir ins Auge, als ich nach einem Debian-Derivat suchte, das den bei Debian vorherrschenden Staub kompensieren würde. Ubuntu kam von vornherein nicht in Frage – zu Mainstream, zu Canonical-verstickert.
Da ich kein KDE4 wollte, testete ich die XFCE-Variante. Im Grunde ein recht ordentliches System, allerdings mit recht unübersichtlichem init-output und ohne nennenswerte eigene Tools. Der Unterschied bei einem Umstieg wäre also minimal ausgefallen. Schwer zu beschreiben, was mir daran genau nicht gefiel – genauso schwer wie zu beschreiben, was mir denn gefiel. Vielleicht genau das… ;)

Fedora: Aktueller Hype bei einigen meiner ebenfalls vom Ubuntu-Hype genervten Kommilitonen. Ich hatte diverse Male das Vergnügen, die Distribution auf als Multimedia-PC gedachten Workstations zu installieren, und war vom Umgang mit proprietären Inhalten unter Fedora sehr genervt. Ich kann verstehen, dass man fragliche Codecs oder Closed-Source-Treiber nicht ohne Kommentar direkt ins System integrieren will. Aber muss es denn gleich kompliziert sein, als Endanwender bewusst an solche ranzukommen? Damals habe ich jedenfalls irgendwann den benötigten NVIDIA-Treiber manuell installiert, weshalb er jetzt auch bei jedem Kernelupgrade manuell neu gebacken werden muss. Ja, bestimmt hätte man es durch Hinzufügen irgendeines speziellen Repos irgendwie auch über die Paketverwaltung und damit “richtig” lösen können. Damals jedenfalls fand ich selbst im Wiki dazu nichts außer dem Hinweis auf die Lizenz und den Treiber von der Homepage.
Okay, mit dem neuen “nouveau”-Treiber könnte sich das erledigen und vielleicht war ich zu blind fürs Wiki, vielleicht teste ich Fedora doch mal. (Fedora gehört somit eigentlich nicht in die Liste, da nicht wirklich am Wochenende getestet.)

Zenwalk: Einer der Exoten, deren Beschreibung in der Wikipedia mir sehr viel versprechend vor kam. Schnell gefundener Haken: 32bit-only. Sorry Zenwalk, aber gemäß einem deiner eigenen Prinzipien, “optimized for specific architectures” wäre die Installation auf einem Core Duo Frevel.
Ich habe es trotzdem mal laufen lassen, um mir die Paketveraltung anzuschauen. Vielleicht finde ich noch eine passende Maschine.

Ender der Aufzählung, was bleibt? Ich schätze nach wie vor an Arch die

  • Aktualität der Pakete
  • KISS-Treue, die man überall spürt
  • Nähe zu den Sourcen, was das selbst-bauen einiger Pakete extrem vereinfacht

und das einzige, was mich derzeit wirklich stört ist das antike, nicht-nebenläufige (aber natürlich KISS-treue) Init-System, was auf meinem Notebook die Bootzeit leider in die Höhe treibt.
Tja Arch, auf die nächsten 20 Monate! :)

(open)SuSE ist auch Linux

opensuseMeinen ersten intensiveren Kontakt mit einer Linux-Distribution hatte ich 2002 in einem MediaMarkt, wo ich fasziniert vor einer Packung “SuSE-Linux Professional 8.0″ stand, die wenig später zuerst den Weg in meinen Einkaufskorb und dann auf meine Festplatte finden sollte. Voller Euphorie meinen Freunden von meiner neuen Entdeckung berichtend, wurde selbige nicht selten durch Kommentare wie “SuSE? Benutz doch mal ein richtiges Linux!” gedämpft.

Nach SuSE folgten dann Debian “Woody” und Mandriva (damals noch Mandrake), und ich konnte die Äußerung bzgl. SuSE immer besser verstehen. Spätestens bei Gentoo teilte ich dann vollends die gleiche Ansicht, und so blieb es all die Jahre.
Heute nutze ich Arch Linux als binary-basierte Distribution und Gentoo, wenn es minimal sein oder optimal angepasst werden soll.

In letzter Zeit kam ich vermehrt (anfangs ungewollt) mit openSuSE in Verbindung, hauptsächlich durch meine neue HiWi-Stelle als Linux-Admin in einem Forschungszentrum. Anfangs noch durch die über die Jahre gepflegten Vorurteile geprägt muss ich nun meine Meinung revidieren bzw. aktualisieren: openSuSE ist für mich eine moderne, durchaus brauchbare Distribution, die zwar nach wie vor den Fokus auf GUIs für jede Aufgabe legt, sich dadurch aber auch für weniger Terminal-süchtige User und Admins eignet.
Ich könnte es mir zwar nach wie vor nicht als Haupt-Distribution auf meinen Kisten vorstellen (dazu bin ich zu sehr Konsolenfan und KISS-überzeugt), aber die alten Vorurteile gelten für mich größtenteils nicht mehr.